Das Werk

Werke von H.T. Fontane

Fontane gilt als der herausragende Vertreter des poetischen Realismus in Deutschland. In seinen Romanen gelingt es ihm, die Figuren besonders gut zu charakterisieren, indem er ihre Erscheinung, ihre Umgebung und vor allem ihre Redeweise genau beschreibt. Typisch für ihn ist die gepflegte Konversation in einem abgeschlossenen Zirkel (auch als Causerie bezeichnet), etwa einem Festessen, bei dem die Personen gesellschaftlichen Konventionen folgen und doch ihre wahren Interessen enthüllen – häufig gegen ihren eigenen Willen. Dabei kommt Fontane von einer Kritik an Einzelpersonen oft zu einer impliziten Gesellschaftskritik. Auffällig an Fontanes auktorialem Schreibstil ist zudem sein ironischer Humor, den er in seiner Kritik zu Die Ahnen von Gustav Freytag in Der Begriff der Verklärung als Element des Realismus (1889) als „beste(n) Weg“ zu demselben bezeichnet.

Theodor Fontane schrieb neben literarischen Werken auch als Journalist (zumal für die Kreuzzeitung) und übersetzte 1842 Shakespeares Hamlet. Dazu kamen noch Dramen, Gedichte, Biografien, Kriegsbücher, Briefe, Tagebücher, Theaterkritiken,Zeitungsartikel und programmatische Schriften.
Von seinen bedeutenden Romanen entstand der größte Teil erst nach seinem 60. Lebensjahr und zeigt eine kritisch-liebevolle Distanz zu den Lebenskonflikten seiner Figuren. Alle Romane und Novellen sind aus einem auktorialen Gestus (auktorialer Erzähler) erzählt. Jedoch tritt als Kunstgriff gerade in der Figurenrede in Dialogen ein erstes personales Moment (personaler Erzähler) auf.
Fontanes Sohn Friedrich gab 1904–1926 die Werke seines Vaters in 21 Bänden heraus.
Das Stadtmuseum Berlin besitzt einen Teil des Nachlasses von Theodor Fontane.
Eine erweiterte Liste seiner Werke ist bei Wikisource: Theodor Fontane zu finden.

Romane, Novellen, Erzählungen und andere Prosa

Die Daten richten sich nach dem Impressum der ersten Buchausgabe.

  • Fünf Schlösser, Verlags-Einband der ersten Buchausgabe
  • Ein Sommer in London. Verlag der Gebrüder Katz, Dessau 1854 (online).
  • Aus England. Studien und Briefe über Londoner Theater, Kunst und Presse. Verlag von Ebner & Seubert, Stuttgart 1860 (online).
  • Jenseit des Tweed. Bilder und Briefe aus Schottland. Verlag Springer, Berlin 1860 (online).
  • Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Verlag Wilhelm Hertz, Berlin 1862 (späterer Untertitel: Die Grafschaft Ruppin, online).
  • Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Zweiter Theil: Das Oderland. Barnim. Lebus. Verlag Wilhelm Hertz, Berlin 1863 (online).
  • Der Schleswig-Holsteinische Krieg im Jahre 1864. Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei, Berlin 1866 (online).
  • Kriegsgefangen. Erlebtes 1870. Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei, Berlin 1871 (online).
  • Der Krieg gegen Frankreich 1870–1871 Band 1: Der Krieg gegen das Kaiserreich. Bis Gravelotte, 18. August 1870. Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei, Berlin 1873 (online).
  • Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Dritter Theil: Ost-Havelland. Die Landschaft um Spandau, Potsdam, Brandenburg. Verlag Wilhelm Hertz, Berlin 1873 (online).
  • Der Krieg gegen Frankreich 1870–1871 Band 2: Der Krieg gegen die Republik. Orleans bis zum Einzuge in Berlin. Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei, Berlin 1876 (online).
  • Vor dem Sturm. Roman aus dem Winter 1812 auf 13. 1878 (online).
  • Grete Minde. Nach einer altmärkischen Chronik. Verlag Wilhelm Hertz, Berlin 1880 (online).
  • Ellernklipp. Nach einem alten Harzer Kirchenbuch. Verlag Wilhelm Hertz, Berlin 1881 (online).
  • L’Adultera. Roman aus der Berliner Gesellschaft. Verlag Schottländer, Breslau 1882 (online).
  • Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Vierter Theil: Spreeland. Beeskow-Storkow und Barnim-Teltow. Verlag Wilhelm Hertz, Berlin 1882 (online).
  • Schach von Wuthenow. Erzählung aus der Zeit des Regiments Gensdarmes. Verlag Friedrich, Leipzig 1883 (online).
  • Graf Petöfy. Roman. Verlag F. Fontane & Co., Berlin 1884 (online).
  • Christian Friedrich Scherenberg und das litterarische Berlin von 1840 bis 1860. Verlag Wilhelm Hertz, Berlin 1884.
  • Unterm Birnbaum. Kriminalgeschichte. Müller-Grote, Berlin 1885 (online).
  • Cécile. Roman. Verlag Dominik, Berlin 1887 (online).
  • Irrungen, Wirrungen. Berliner Roman. Verlag von F. W. Steffens, Leipzig 1888 (online).
  • Fünf Schlösser. Altes und Neues aus Mark Brandenburg. 1889 (online).
  • Stine. Berliner Sitten-Roman. Verlag F. Fontane & Co., Berlin 1890 (online).
  • Quitt. Verlag Wilhelm Hertz, Berlin 1891 (online).
  • Unwiederbringlich. Verlag Wilhelm Hertz, Berlin 1892 (online).
  • Frau Jenny Treibel oder „Wo sich Herz zum Herzen find’t.“ Roman. Verlag F. Fontane & Co., Berlin 1893 (online).
  • Meine Kinderjahre. Autobiographischer Roman. Verlag F. Fontane & Co., Berlin 1894 (online).
  • Effi Briest. Roman. Verlag F. Fontane & Co., Berlin 1896 (online).
  • Die Poggenpuhls. Roman. Verlag F. Fontane & Co., Berlin 1896 (online).
  • Von Zwanzig bis Dreißig. Autobiographisches. Verlag F. Fontane & Co., Berlin 1898 (online).
  • Der Stechlin. Roman. Verlag F. Fontane & Co., Berlin 1899 (online).
  • Mathilde Möhring. In: Aus dem Nachlaß von Theodor Fontane. Verlag F. Fontane & Co., Berlin 1908 (postum veröffentlicht, online).

Balladen und Gedichte

  • Fontane schrieb über 250 Gedichte, darunter Balladen und Sprüche. Dazu gehören:
  • Archibald Douglas (1854)
  • Die zwei Raben (1855)
  • Das Trauerspiel von Afghanistan (1859)
  • Gorm Grymme (1864)
  • Die Brück’ am Tay (1880)
  • John Maynard (1885)
  • Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland (1889)

Briefe

  • Der Briefwechsel von Theodor Fontane und Paul Heyse 1850–1897. Hrsg. v. Erich Petzet. Weltgeist-Bücher, Berlin 1929
  • Briefe an Georg Friedlaender. Hrsg. u. erl. v. Kurt Schreinert. Quelle & Meyer, Heidelberg 1954
  • Briefe. Hrsg. v. Kurt Schreinert. Zu Ende geführt u. m. einem Nachw. versehen von Charlotte Jolles (Band 1: An den Vater, die Mutter und die Frau; Band 2: An die Tochter und an die Schwester; Band 3: An Mathilde von Rohr; Band 4: An Karl und Emilie Zöllner und andere Freunde. Propyläen, Berlin 1968–1971
  • Briefe an Julius Rodenberg. Eine Dokumentation. Hrsg. von Hans-Heinrich Reuter. Aufbau, Berlin und Weimar 1969
  • Der Briefwechsel zwischen Theodor Fontane und Paul Heyse. Hrsg. von Gotthard Erler. Aufbau, Berlin und Weimar 1972
  • Mete Fontane: Briefe an die Eltern 1880–1882. Hrsg. und erl. von Edgar R. Rosen. 1974
  • Briefe, Bd. 1–5 (Bd. 5: Register). Hrsg. von Helmuth Nürnberger u.a., Hanser, München 1976–1988. Auch als: Briefe, Bd. I–IV. Frankfurt a. M. / Ullstein, Berlin 1987. (Ullstein Buch 4549–4552)
  • Theodor Fontane: Jenseits von Havel und Spree. Reisebriefe. Hrsg. von Gotthard Erler. Rütten & Loening, Berlin 1984
  • Die Fontanes und die Merckels. Ein Familienbriefwechsel 1850–1870. Hrsg. von Gotthard Erler. 2 Bde. Aufbau, Berlin und Weimar 1987
  • Theodor Fontanes Briefwechsel mit Wilhelm Wolfsohn. Hrsg. von Christa Schultze. Aufbau, Berlin und Weimar 1988
  • Theodor Fontane: Briefe an Georg Friedlaender. Aufgrund der Edition von Kurt Schreinert u. der Handschriften neu hrsg. u. mit einem Nachw. vers. von Walter Hettche. Mit einem Essay von Thomas Mann. Insel, Frankfurt am Main 1994
  • Theodor Fontane und Martha Fontane – Ein Familienbriefnetz. Hrsg. von Regina Dieterle. de Gruyter, Berlin und New York 2002, Schriften der Theodor Fontane Gesellschaft, Bd. 4
  • Theodor Fontane und Bernhard von Lepel. Der Briefwechsel. Kritische Ausgabe. Bd. 1–2. Hrsg. von Gabriele Radecke. de Gruyter, Berlin und New York 2006, Schriften der Theodor Fontane Gesellschaft, Bd. 5
  • Theodor Storm – Theodor Fontane. Briefwechsel. Krit. Ausgabe. Hrsg. von Gabriele Radecke. Erich Schmidt, Berlin 2011

Tagebücher

  • Tagebücher: Bd. 1: 1852, 1855–1858, hrsg. von Charlotte Jolles unter Mitarbeit von Rudolf Muhs; Bd. 2: 1866–1882, 1884–1898, hrsg. von Gotthard Erler unter Mitarbeit von Therese Erler, Aufbau-Verlag, Berlin 1994
Advertisements